Die Stärke internationaler Teams

Die Arbeit in internationalen Teams ist faszinierend und befremdlich. Faszinierend, weil andere Kulturen erfrischend andere Perspektiven mitbringen.

Befremdlich, weil wir uns in einem Bezugsrahmen mit anderen Regeln, Normen und Werten wiederfinden – und meistens eine andere Sprache sprechen. Die Frage ist deshalb, wie internationale Teams ihre Vielfalt nutzen können und das Gefühl der Fremdheit durch das der Vertrautheit ablösen. Alles mit dem Ziel, Klarheit über die Formen der Zusammenarbeit zu schaffen und damit die für das Team und seine Auftraggeber gewünschten Ziele zu erreichen.

Für die erfolgreiche Zusammenarbeit in internationalen Teams gibt es klar definierte Kriterien. Neben bewährten „Stellhebeln“ wie der gemeinsamen Vision, definierten Zielen, unterstützenden Außenkontakten, klaren Rollen und effektiven Prozesse sind dies vor allem die Kommunikation sowie die persönlichen Profile der Teammitglieder.
Zum einen müssen die unterschiedlichen Formen der Kommunikation erkannt und verstanden werden. Zum anderen ist die Kenntnis über die eigene kulturelle Prägung und Unterschiedlichkeit für die Arbeit im Team wertvoll.

Die Erfahrung zeigt, dass internationale Teams noch stärker von Teamentwicklungsmaßnahmen profitieren - vor allem, wenn sie virtuell in unterschiedlichen Ländern zusammenarbeiten. Und: Je früher die Teamentwicklung einsetzt, desto effizienter ist sie (zum Beispiel als Kickoff zu Beginn der Zusammenarbeit). Milton Bennett und Ida Castiglioni haben den Begriff des „embodied feeling“ in internationalen Teams eingeführt – Fremdheit, die als Unsicherheit und Distanz spürbar ist und sozusagen durch einen Erdungsprozess im Team aufgelöst werden kann. Die Unsicherheit weicht dann dem Vertrauen, das eine gemeinsame Entwicklung im Team erst möglich macht.

Hinzu kommt, dass die Kommunikation in internationalen Teams meistens auf Englisch läuft. Englisch hat sich als Lingua Franca durchgesetzt, stößt manchmal aber an überraschende Grenzen: Sprecher mit sehr gutem Englisch werden aufgrund ihres Akzentes nicht verstanden, erhalten darüber aber nie Rückmeldung – meistens aus Gründen der Gesichtswahrung. Und: Und: Wenn das Englisch-Niveau stark variiert, ziehen sich vor allem Teammitglieder zurück, die vor Native Speakern ihr Gesicht wahren wollen.

Die Begleitung internationaler Teams ist ein Katalysator, der die Entwicklungsprozesse vorantreibt, die diese Teams ansonsten ballastartig vor sich her schieben. Besonders reizvoll daran ist, dass sich Teams an den unterschiedlichen Denk- und Arbeitsweisen ihrer Mitglieder bereichern und im günstigsten Fall diese zu einem neuen Arbeitsmodus weiterentwickeln. Das Ergebnis: Sinkende Komplexität, nachhaltigere Lösungen und ein bessere Klima.